Nachdem es zum Thema Technik ja bereits einige Gedanken und Tipps von mir gibt, geht es in diesem zweiten Teil nun eher darum, wie ein Bild gestaltet, bzw. aufgebaut wird, und wie man die flauschigen Vierbeiner – in unserem Fall die Hunde – richtig in Szene setzt.
Am Anfang sollte der Gedanke, bzw. die Idee stehen, wie man seinen tierischen Liebling denn abbilden, bzw. was für ein Bild denn haben möchte. Möchte man am Ende ein klassisches Portrait haben? Vielleicht soll der Hund aber auch als ganzes abgebildet werden. Oder es soll ein Bild werden, bei dem der Hund in Aktion ist. Egal für was man sich entscheidet, man möchte am Ende vermutlich ein Bild haben, das den eigenen Hund, und vielleicht auch dessen Charakter, bestmöglich wiedergibt. Vielleicht soll es aber auch ein Bild sein, das den Besitzer mit seinem Hund zusammen zeigt.



Der Mensch und sein Hund: gestalterisch kann man hier Bilder machen, die sozusagen close-up sind, also ganz nah an beide herangehen, und so eine gewisse intime Stimmung schaffen. Geht man ein Stück weit weg, so erzeugt man eine Stimmung, die den Betrachter als Beobachter aus der Entfernung erscheinen lässt.



Oder man fotografiert beide aus der Distanz bei der Ausübung des gemeinsamen Hobbies bzw. der gemeinsamen Arbeit. Fängt man einen Augenblick ein, so kann man beide – Mensch und Hund – bei der Ausübung des gemeinsamen Sports oder der gemeinsamen Arbeit fotografieren. Es gibt im Prinzip keine Grenzen, man muss halt nur wissen, was man denn mit den Bildern zeigen möchte.


Planung: hat man sich entschieden, was für eine Art Bild man denn machen, bzw. haben möchte, ist es gut, zumindest einmal grob zu planen. Ort, Uhrzeit, benötigte Hilfe, etc. Es stellt sich also zum Beispiel die Frage nach dem Wo. Sprich: möchte ich eine Indoor-Aufnahme bekommen (also zum Beispiel eine Studio-Aufnahme), soll es ggfls. eine Aufnahme „on Location“ sein (also zum Beispiel auf dem Trainingsplatz, im Parcour oder ähnliches) oder soll es eine Natur-Aufnahme (also Outdoor) sein? Je nach Auswahl ist es erforderlich bestimmte Vorbereitungen zu treffen. Handelt es sich beispielsweise um eine Outdoor-Aufnahme ist es wichtig eine zweite Person dabei zu haben, denn als Fotograf konzentriere ich mich auf die Kamera, und habe wenig Augenmerk auf das was sonst noch um mich herum passiert. Wenn also fremde Hunde freilaufen, muss ja auch im Blick behalten werden, dass es nicht zu gefährlichen Situationen kommt. Aber auch beim Fotoshooting im Studio ist es von Vorrteil mindestens eine zweite Person dabei haben, die den Hund anleitet. Je nach Aufnahme ist es auch wichtig, benötigte Utensilien einzupacken, also: Spieli, Leckerlies, Sportgeräte usw.
Perspektive/Blickwinkel: eines meiner Grundprinzipien bei der Gestaltung ist es, dass ich beim Fotografieren dem Hund möglichst auf Augenhöhe begegne. So vermeide ich auf jeden Fall, dass die Bilder einen arroganten Blickwinkel von oben bekommen. Zudem ist der Blick auf den Hund dann anders, als gewohnt. Denn wenn ich den Hund normalerweise betrachte, betrachte ich ihn von oben, da ich im Stehen ja deutlich größer als der Hund bin. Das fotografierte Bild bekommt also schon alleine durch den ungewohnten Blickwinkel etwas Besonderes. Dabei scheue ich mich nicht davor, mich auch auf den Boden zu legen. Dies ist natürlich bei trockenem Wetter leichter gesagt und getan als bei nassem Wetter. Überhaupt ist das Wetter kein unerheblicher Faktor bei der Erstellung von Hundebildern. Jedes Wetter hat etwas für sich, und man kann jedem Hundecharakter auch bei jedem Wetter gerecht werden. Auch Regenwetter-Bilder können sehr besonders sein. Das führt uns direkt zum nächsten Aspekt bei der Gestaltung, dem Licht.



Licht: der wesentlichste Punkt beim Fotografieren ist das Licht. Am einfachsten für die meisten Menschen dürfte das natürliche Licht sein. Warum? Weil sie meistens keine Hilfsmittel brauchen. Das natürliche Licht ist prinzipiell ja erstmal immer vorhanden (klar, Nachts natürlich nicht). Aber hier zeigt sich auch eine Tücke, bzw. Problematik, denn natürliches Licht ist nie gleich. Man hat also fast nie reproduzierbare Ergebnisse. Welche Arten von Licht gibt es noch? Es gibt noch Kunstlicht in verschiedenen Ausprägungen. Am bekanntesten dürfte das Blitzlicht sein. Hier kann die benötigte Lichtmenge reguliert werden. Die Lichtfarbe ist häufig nicht variierbar – dies hängt aber von der Art des Blitzgeräts ab. Einfacher dagegen ist – gerade im Hinblick auf das Fotografieren per Smartphone oder Systemkamera – das Dauerlicht. Dieses ist heutzutage zumeist LED-basiert. Im Zusammenspiel mit der Kamera sieht man also direkt wie das Bild aussieht.

Zum natürlichen Licht: die meisten Menschen empfinden Tage mit viel Sonne als deutlich positiver, als trübe Tage. Natürlich wirken Bilder mit sonnigem Wetter häufig stimmungsvoller und stimmungsaufhellender. Auch die Uhrzeit hat einen starken Einfluss auf die Bilder. So kann man morgens im Sonnenaufgang oder Abends gegen Sonnenuntergang auch sehr schöne Gegenlichtaufnahmen machen. Grundsätzlich gelten die sogenannte „Goldene Stunde“ morgens um den Sonnenaufgang herum und die „Blaue Stunde“ Abends nach Sonnenuntergang als die stimmungsvollsten Zeiten für Bilder. Dies hat nicht nur mit der Lichtstimmung und der gefühlten Stimmung zu tun, sondern auch damit, dass das Licht zu diesen Zeiten besonders weich ist. Es ist halt alles immer eine Frage des Geschmacks. Rein vom Handling her sind Fotos einfacher zu machen bei bewölktem Himmel ohne direkte Sonneneinstrahlung. Die Wolkendecke wirkt dann wie eine überdimensionale Softbox, die das Licht gleichmäßig überall hin verteilt. Bei Sonnenschein ist die Mittagszeit die zum Fotografieren ungeeignetste Zeit, weil die Sonne dann am höchsten steht, und Licht und Schatten sehr hart sind. Zumeist bekommt man dann ohne Hilfsmittel keine wirklich ausgewogenen Bilder hin.


Wie kann man das Licht aber nun grundsätzlich für sein Bild einsetzen? Also, man kann mit (vom Fotografen aus gesehen) Rückenlicht, Gegenlicht, Seitenlicht, Licht von oben und Licht von unten arbeiten. Für Fotograf und Kamera ist das Rückenlicht natürlich einfach, denn das, was ich fotografieren möchte, wird voll ausgeleuchtet. Der große Nachteil ist, dass Menschen zum Beispiel, die direkt ins Licht schauen, dann ihre Augen zukneifen, was natürlich für diese unangenehm ist und darüber hinaus auch nicht schön aussieht.




Bildaufbau: hier gibt es kein Falsch und kein Richtig. Allerdings kann man Bilder interessant und weniger interessant aufbauen. Dazu gibt es ein paar mehr oder weniger allgemeingültige Regeln. Zum Beispiel gibt es die Zwei-Drittel-Regel. Dies bedeutet, dass ein Bild so aufgebaut ist, dass man das fotografierte Objekt / Lebewesen auf einer der entsprechenden Linien platziert. Hierzu schneidet man das Bild gedanklich sowohl horizontal als auch vertikal jeweils in 3 gleiche Teile. Bei einem Landschaftsbild läuft dann der Horizont nicht durch die Mitte des Bildes sondern liegt auf der jeweiligen Linie – ganz so, wie man als Fotograf seine Bildinhalte gewichten möchte. Ähnlich hierzu gibt es hierzu die Gestaltungsregel des „Goldenen Schnitts“. Bei vielen Kameras gibt es eine Funktion, die das Einblenden eines sogenannten Gestaltungsrasters erlaubt. Dies kann eine wertvolle Unterstützung beim Fotografieren sein.
Womit kann man die Gestaltung seiner Bilder noch beeinflussen? Hier kommt nun wieder Technik ins Spiel.
Einsatz von Technik: Sowohl die Brennweite des verwendeten Objektivs als auch die Blendenöffnung haben erheblichen Einfluss auf das Gestaltungs-Ergebnis. Eine kurze Brennweite lässt möglich viel Umgebung auf das Bild. Eine lange Brennweite lässt uns näher an das Objekt heranrücken. Es wird u.a. Nähe symbolisiert. Eine offene Blendenöffnung sorgt für wenig Schärfentiefe, der Hintergrund wird also unscharf (man bekommt das sogenannte „Bokeh“). Eine geschlossene Blendenöffnung sorgt im Gegensatz dazu für eine möglichst durchgängige Schärfe im Bild. Und auch die eingesetzte Verschlusszeit verändert das Bildergebnis. So sorgt eine kurze Verschlusszeit für ein sogenanntes Einfrieren des fotografierten Objekts. Eine lange Verschlusszeit dagegen sorgt für Unschärfe. Bei Action- und/oder Bewegungsfotos sollte die Verschlusszeit also möglichst kurz sein, um einen scharfen Hund abbilden zu können.


Vorder- und Hintergrund: mit der Einbindung von Vorder- und/oder Hintergrund-Elementen kann man das Bild einerseits interessanter und andererseits räumlicher gestalten. Wenn gerade nichts als Vordergrund zur Verfügung steht, dann kann man auch einfach während des Fotografierens eine Pflanze beispielsweise vor die Linse halten. Damit hat man dann einen weiteren Lichtreflex.


Farbe: auch der Einsatz von Farbe hat starke Auswirkungen auf das Bild und auf das, was ein Bild beim Betrachters auslöst. Farbe macht interessant, macht lebendig. Farbe lenkt aber auch ab. Bei einer Schwarz/Weiss-Aufnahme ist das Bild auf das Wesentliche beschränkt. Wie man ein Bild also auch farblich gestaltet, hängt davon ab, was man mit dem Bild aussagen, bzw. zeigen möchte.


Am Ende des Tages ist es so, dass es ohne Übung und Erfahrung gar nicht so einfach ist, tolle Bilder hinzubekommen. Auf der anderen Seite, und das ist die gute Nachricht, ist es aber auch kein Hexenwerk, schöne, ansprechende Fotos zu erstellen.
Im dritten Teil zum Thema Hundefotografie geht es dann um die Planung und Durchführung eines Shootings. Im vierten und abschließenden Teil geht es noch um Bildbearbeitung und wie man seine Bilder präsentieren kann. Und nun: viel Spaß beim Ausprobieren!